Montag, 27.04.2026

Kaiserslautern meldet Fortschritte beim Glasfaserausbau, Versorgung bleibt unterschiedlich

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Seit 2025 wird in Kaiserslautern verstärkt Glasfaser verlegt. Mehrere Anbieter sind gleichzeitig unterwegs, die Ausbaugeschwindigkeit variiert jedoch nach Stadtteil. Stadt und Unternehmen betonen Fortschritte, gleichzeitig bestehen offene Fragen zu Förderung, Koordination und langfristiger Qualitätssicherung.

Stand der Bauarbeiten

Aktuell arbeiten in der Kernstadt acht Bautrupps der OXG, darunter Beteiligte wie Vodafone. Das Unternehmen plant insgesamt 120 Streckenkilometer zu verlegen. Bislang sind etwa 30 Streckenkilometer fertiggestellt. Nach Angaben der Stadt wären damit rund 12 000 von etwa 23 000 Adressen versorgt. Parallel baut die Deutsche Telekom im östlichen Bereich der Stadt und hat das Ziel, bis Jahresende 7 500 Anschlüsse zu legen. Anfang 2025 lagen Glasfaseranschlüsse noch bei etwa 15 Prozent aller Internetverbindungen in der Stadt. Diese Quote steigt nun kontinuierlich.

Unterschiede zwischen den Ortsbezirken

In einigen Ortsbezirken sind bereits gigabitfähige Anschlüsse verfügbar, vor allem über das Kabelfernsehnetz, das inzwischen von Vodafone betrieben wird. Morlautern, Hohenecken, der Einsiedlerhof und Dansenberg verfügen demnach weitgehend über leistungsfähige und vergleichsweise günstige Anschlüsse. Dort zeige sich jedoch ein Problem bei der Markterschließung: Weil viele Haushalte bereits schnelle Kabelanschlusse haben, sind sie weniger bereit, Vorabverträge für einen Glasfaserausbau zu unterschreiben. Fehlen die erforderlichen Vorverträge, entscheiden sich Anbieter gegen einen Ausbau. Das traf in der Vergangenheit etwa auf Projekte der Deutschen Glasfaser zu.

In Siegelbach und Erfenbach ergab eine positive Vorabfrage der Deutschen Glasfaser Interesse, einen Ausbau hat das Unternehmen bislang aber nicht begonnen. Inzwischen hat Mawacon, ein Anbieter aus Eisenberg, Interesse angemeldet. In den Ortsteilen Erzhütten mit Wiesenthalerhof, Mölschbach und Erlenbach ist die Lage derzeit offen. Die SWK hatten dort einen Ausbau geprüft, sich dann aber zurückgezogen. Die Stadt führt diesbezüglich Gespräche mit möglichen Anbietern.

Nicht alle aktuellen Baustellen dienen der direkten Hausanbindung. In Hohenecken, Siegelbach und Erfenbach verlegt Vodafone etwa Leitungen zur schnelleren Anbindung von Mobilfunkantennen.

Rechte der Stadt und Förderbedingungen

Ein eigenwirtschaftlicher Ausbau durch Telekommunikationsunternehmen hat Vorrang vor kommunalen Maßnahmen. Das bedeutet: Die Stadt kann nur selbst tätig werden, wenn keine wirtschaftlichen Interessen der Privatwirtschaft vorliegen. Fördermittel sind grundsätzlich verfügbar, allerdings nur dort, wo noch keine gigabitfähigen Anschlüsse existieren. In Bezirken mit funktionierendem Kabelfernsehnetz entfallen Fördermöglichkeiten. Für eine finanzschwache Kommune wie Kaiserslautern stellt das eine große Hürde dar.

Eine rechtliche Verpflichtung zur Abstimmung der Bauarbeiten unter den Anbietern gibt es nicht. Unternehmen dürfen unabhängig voneinander eigene Leitungen legen, selbst wenn bereits Glasfaser der Konkurrenz in der Straße liegt oder erst kürzlich gebaut wurde. Anders verhält es sich bei Stromleitungen, dort gibt es eine Durchlasspflicht zugunsten anderer Betreiber. Die Stadt bemüht sich dennoch um Koordination, indem sie Anbieter in monatliche Baustellenkoordinationen einlädt und bei eigenen Straßenprojekten die Ausbaupläne der Betreiber berücksichtigt.

Kontrolle der Bauarbeiten und Risiken für die Kommune

Die Stadt überwacht die Arbeiten, indem sie Aufbruchgenehmigungen erteilt, in denen Grabtiefe und Wiederherstellungsanforderungen geregelt sind. Angesichts der hohen Ausbaugeschwindigkeit ist diese Kontrolle anspruchsvoll. Deshalb wurde ein Mitarbeiter ausschließlich für die Überwachung von Glasfaserbaustellen eingesetzt. Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass Nachbesserungen häufig erforderlich sind und mitunter Baustopps verhängt werden müssen, bis Mängel behoben sind.

Wichtig für die Stadt ist die Gewährleistungsfrist: Nach fünf Jahren endet die Haftungszeit der Anbieter für Baufehler. Danach würden nötige Ausbesserungen von der Kommune und damit von den Steuerzahlern getragen.

Bei Fragen zum Thema Glasfaserausbau benennt die Stadt als Ansprechpartner den Gigabitkoordinator im Tiefbaureferat Daniel Schleicher, erreichbar per E Mail an daniel.schleicher@kaiserslautern.de oder telefonisch unter 0631 3652399. Für rechtliche und vertragliche Fragen empfiehlt die Stadt die Verbraucherzentrale Rheinland Pfalz, Fackelstraße 22, Telefon 0631/92881, Mail info@vz-rlp.de, www.vz-rlp.de.

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