Das Innenstadtmonitoring 2025 der Mainzer Wirtschaftsförderung dokumentiert eine weitgehende Stabilität der City. Bei einer Erhebung in den Monaten Juli und August 2025 wurden 828 gewerblich genutzte Erdgeschosslagen gezählt, ein leichter Anstieg gegenüber 824 im Vorjahr. Die Ergebnisse wurden am 29. Januar 2026 im Wirtschaftsausschuss vorgestellt.
Ergebnisse im Überblick
Die Zahl der Ladennutzungen stieg 2025 geringfügig auf 828. Der klassische Einzelhandel verringerte sich von 429 auf 424 Flächen, während die Gastronomie von 156 auf 164 Betriebe zunahm. Dienstleistungen und Sonstiges wuchsen um sechs auf 171 Einheiten. Erfasst wurden zudem 54 Leerstände, drei mehr als 2024, sowie 15 Flächen im Umbau, acht weniger als im Vorjahr. Die Anzahl der Einzelhandelsflächen liegt damit zwischen 2020 und 2025 stabil im Bereich von 424 bis 431, was auch durch wiederkehrende Neueröffnungen gestützt wird.
Filialisierung und Leerstand
Der Anteil von Filialgeschäften an allen Einzelhandelsbetrieben beträgt 44,6 Prozent. In den Toplagen Stadthausstraße, Schusterstraße und Am Brand dominiert der Filialisierungsgrad mit 84,6 Prozent. In der Altstadt und in Nebenlagen tragen dagegen inhabergeführte Geschäfte stärker zur Identität und Atmosphäre bei. „Unsere City verfügt weiterhin über eine große und abwechslungsreiche Angebotsvielfalt“, sagte Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz und verwies auf diesen Mix.
Die offizielle Leerstandsquote liegt bei 6,5 Prozent und bewegt sich damit in einer mehrjährigen Bandbreite von 6,2 bis 6,8 Prozent. Dieser Wert wird von der Stadt als moderat eingestuft im Vergleich zu Städten, in denen die Quote häufig über zehn Prozent liegt. Die Stadtverwaltung betont, dass sie im Leerstandsmanagement aktiv ist und regelmäßig mit Maklern und Immobilieneigentümern zusammenarbeitet. Seit Mitte 2025 wird zudem die digitale Leerstands- und Ansiedlungsplattform LeAn genutzt, um freie Flächen gezielt zu besetzen.
Methodik und Bewertung
Für das Monitoring wurden ausschließlich gewerblich genutzte Erdgeschosslagen erfasst. Nicht berücksichtigt wurden Verwaltungsgebäude, soziale Einrichtungen wie Kindertagesstätten, Verbände, Vereinigungen oder religiöse Einrichtungen. In die Auswertung gingen auch sichtbar umgestaltete oder sich im Umbau befindliche Ladenflächen sowie Leerstände ein. Ziel der regelmäßigen Erhebungen ist es, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und darauf reagieren zu können.
Manuela Matz bezeichnete die Befunde als Bestätigung dafür, dass die Mainzer Innenstadt trotz des Wandels attraktiv bleibe. „Filialen sind wichtig, aber es gilt, die Waage zwischen Filialen und inhabergeführten Geschäften zu halten“, sagte Matz mit Blick auf die künftige Entwicklung. Die Stadt kündigte an, gemeinsam mit relevanten Akteuren gezielte Maßnahmen zu erarbeiten, um die Innenstadt weiter zu beleben.
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